Stefan Zweig: Literatur als Beitrag zu weltbürgerlichem Denken

Im Rahmen eines Vortrags von Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (Theologe und Schriftsteller, Universität Tübingen) wurde das Thema "Literatur als Beitrag zu weltbürgerlichem Denken" in der Begegnungsstätte von Wissenschaft, schönen Künsten und Philosophie, beleuchtet.

Einleitende Worte: Prof. Dr. Giovanni Maio
(Mediziner, Philosoph, Medizinethiker und Universitätsprofessor
für Bioethik, Gastdozent an der Danube Private University)

Musik: Paul Gulda
(Pianist)

Stefan Zweig hatte die Selbstzerstörung der europäischen Völker durch die Exzesse
des 1. Weltkriegs erlebt. Selber in einem jüdischen Haus Wiens mehrsprachig und
kosmopolitisch erzogen, stellte er nach 1918 entschiedener als zuvor, sein Schreiben
in den Dienst des europäischen Gedankens und der weltbürgerlichen Bildung. Und
der internationale Erfolg seiner Bücher scheint ihm recht zu geben.
Zweig erzählt von „Sternstunden“ der „Menschheit“, entwirft Porträts großer europäischer
Künstler als „Baumeistern“ der „Welt“, engagiert sich für eine „Bibliothek der
Weltliteratur“, bringt große Gestalten der europäischen Geschichte neu zum Leuchten:
Gewissenstäter wie Erasmus von Rotterdam, Herrscherinnen, Schurken oder
Abenteurer auf der europäischen Bühne: eine Marie Antoinette, eine Mary Stuart,
einen Joseph Fouché, einen Ferdinand Magellan. Schlägt Brücken zur Heilkraft der
Medizin in Gestalt Sigmund Freuds. Solch übernationale Geschichtserkundung
Zweigs ist immer auch entwickelt gegen das selbstzerstörerische Gift des Nationalismus,
gegen den Hass auf alles Fremde, gegen allen Fanatismus der Ideologen.
Der Literaturwissenschaftler und Theologe Prof. Karl-Josef Kuschel (Universität
Tübingen), Verfasser einer soeben erschienenen Monographie über das weltbürgerliche
Denken Stefans Zweigs, wird das Vermächtnis dieses großen Schriftstellers
für unsere Zeit zum Leuchten bringen.


Studierende der DPU, die an dieser extracurricularen Veranstaltung
teilnehmen möchten, erhalten im Büro von Frau Wimmer/Frau Burgstaller
das Buch von Stefan Zweig „Die Welt von gestern“ beziehungsweise von
Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel „Unser Geist ist Weltgeist“ kostenfrei.